14.-16. Februar 2008 — Bochum — Hauptbahnhof — Gleis 1
Freitag, 29. Februar 2008 um 18:00 Uhr

Der Raum der Geschichte(n) – Mehr als eine Besichtigung

Rosa Winkelmit Jürgen Wenke

Das Jahr 2007 war für Schwule und Lesben in Bochum und im Ruhrgebiet ein besonderes Jahr: Erstmals hat eine schwul-lesbische Organisation, nämlich der Verein „Rosa Strippe e.V.“ mitten im Ruhrgebiet in Bochum ein eigenes Gebäude bezogen – in der Kortumstr. 143 – und damit eine langfristige Basis geschaffen für Gruppenangebote, Jugendarbeit, Schulaufklärung, Beratung und für Abbau von Vorurteilen und Diskriminierungen. In dem sanierten Haus gibt es nun auch einen Raum der Geschichte(n) – den letzten sichtbaren Rest des Brandschadens aus der Zeit der teilweisen Zerstörung des Hauses im November 1944 als Folge der Nazi-Barberei haben die Mitarbeiter der Rosa Strippe in eine neu gestaltete Zeitleiste integriert.
Mit diesem Raum im Haus wird ein erster Schritt getan, die auch für Schwule und Lesben fürchterliche Zeit des Nationalsozialismus zu dokumentieren und die Auseinandersetzung mit einem weithin vergessenen und verschwiegenen Thema in Gang zu bringen. So ist z.B. in Vergessenheit geraten, dass der berüchigte Paragraphens 175 StGB bis 1969 in seiner nationalsozialistischen Fassung galt und homosexuelle Männer in großer Zahl nach dem Muster nationalsozialistischer „Rechtsprechung“ mit Gefängnis bestrafte.

Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, das Haus, die Geschichte des Hauses Kortumstr. 143, die Geschichte der Verfolgung und die Geschichte des Vereins Rosa Strippe kennenzulernen.

VeranstalterIn: Rosa Strippe
Bochum, Kortumstr. 143