Offener Brief an Herrn Mehdorn
17.04.08
An den
Vorstandsvorsitzenden
der Deutschen Bahn AG
Herrn Hartmut Mehdorn
Potsdamer Platz 2
10785 Berlin
Ausstellung: „Zug der Erinnerung“
Sehr geehrter Herr Mehdorn,
in Bochum hat der „Zug der Erinnerung“ vom 14. Februar bis zum 16. Februar 2008 Station gemacht. Der Aufenthalt in Bochum ist auf eine große Resonanz gestoßen. Mehr als 6.000 BesucherInnen haben zum Teil erhebliche Wartezeiten in Kauf genommen, um sich zu informieren. Über 70 Schulklassen und Jugendgruppen haben das Angebot genutzt, die Ausstellung im „Zug der Erinnerung“ zu besuchen. Wäre es möglich gewesen, den Zugaufenthalt in Bochum zu verlängern, so hätten noch wesentlich mehr Menschen die Ausstellung sehen können. Zusätzlich zur Ausstellung haben zahlreiche Initiativen ein umfangreiches Rahmenprogramm organisiert, das ebenfalls gut von der Bochumer Bevölkerung angenommen worden ist.
Nach den Erfahrungen in Bochum können wir feststellen, dass die Ausstellung „Zug der Erinnerung“ sehr gut geeignet ist, um junge Menschen anzusprechen. Mit der Ausstellung kann ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur geleistet werden, damit die grausamen Verbrechen während der Zeit der Nazidiktatur nicht in Vergessenheit geraten und für die Zukunft mahnen. Dies ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass immer weniger Jugendliche die Gelegenheit haben, mit Zeitzeugen zu sprechen.
Wir fänden es äußerst fatal, wenn die Ausstellung im „Zug der Erinnerung“ nach dem 08. Mai 2008 nicht mehr besucht werden kann. Es gibt noch unzählige Städte und Orte in Deutschland, in denen die Ausstellung gezeigt werden sollte. Wir können uns auch sehr gut vorstellen, den „Zug der Erinnerung“ erneut nach Bochum zu holen. Es gibt hier noch ein großes Potential an BesucherInnen für die Ausstellung und nach unseren Informationen ist die Situation in den anderen Städten, in denen der Zug bisher Station gemacht hat, vergleichbar. Aus dem „Zug der Erinnerung“ muss eine mobile Dauerausstellung werden!
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